Das Pflegesystem

In unserem Pflegedienst wird nach dem System der Bezugspflege gearbeitet, das heißt, wir versuchen, dass unsere Patienten immer von den gleichen Mitarbeiterinnen betreut werden. Hierzu gibt es in jeder Tour eine Bezugsschwester. Ausnahmen gibt es nur bei Urlaub oder Krankheit.

Dieses Pflegesystem hat den Vorteil, dass schnell Vertrauen aufgebaut werden kann und unsere Patienten immer einen festen Ansprechpartner haben.Dabei sollte die professionelle Distanz gewahrt werden.

Der Pflegeprozess

Der Pflegeprozess steht im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit mit den Patienten. Er bildet die Grundlage für die Erstellung und Umsetzung der individuellen Pflegeplanung.

Der Pflegeprozess wird als unendlicher und dynamischer Ablauf gesehen, der sich an den Lebensaktivitäten des Menschen orientiert und niemals abgeschlossen ist.

Der Pflegeprozess ist ein Regelkreislauf, der sich aus sechs Schritten zusammensetzt:

  1. Informationssammlung
  2. Erfassung der Ressourcen und Probleme
  3. Festlegung von Zielen
  4. Planung von Pflegemaßnahmen
  5. Durchführung von Pflegemaßnahmen
  6. Evaluation

Der Pflegeprozess

Ein Pflegemodell hilft dabei, die Pflege grundsätzlich zu verstehen und die Pflegeabläufe zu differenzieren und zu strukturieren. Wir erhalten einen Überblick darüber, welche verschiedenen Handlungen tagtäglich in der Pflegepraxis vorgenommen werden. Modelle erfassen die Grundbedürfnisse des Menschen und ordnen sie verschiedenen Bereichen zu. Um seine Bedürfnisse zu erfüllen, muss der Mensch aktiv werden.
Menschliche Bedürfnisse = Menschliche Aktivitäten

Es gibt viele pflegetheoretische Modelle. Ich wende in meinem Pflegedienst das Pflegemodell von Liliane Juchli an. Es ist ein bedürfnisorientiertes Modell bei dem die:

  • Bedürfnisse
  • Probleme
  • Ressourcen

des Menschen im Mittelpunkt stehen. Der Mensch wird als Einheit von Körper, Geist und Seele begriffen. Er hat eine individuelle Biographie durchlaufen und wird durch seine Umgebung beeinflusst. Liliane Juchli geht dabei von 12 Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) aus. Es besteht keine Hierarchie innerhalb dieser Aktivitäten. Sie stehen alle gleichwertig nebeneinander und beeinflussen sich gegenseitig.

Aktivitäten des täglichen Lebens sind

  • Kommunizieren
  • Sich bewegen
  • Raum und Zeit gestalten
  • Sich waschen und kleiden
  • Essen und Trinken
  • Ausscheiden
  • Atmen
  • Wach sein und Schlafen
  • Regulierung der Körpertemperatur
  • Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten
  • Für Sicherheit sorgen
  • Sinne finden

Die Auflistung der ATL macht deutlich, dass wir diese aus der Sicht des Pflegebedürftigen sehen müssen. Unsere Aufgabe besteht darin, das individuelle Maß an Hilfeleistungen für den Pflegebedürftigen hinsichtlich Beratung und Unterstützung in den einzelnen ATL zu ermitteln.